Eine epochale Begegnung zweier Hochkulturen im Palazzo Ducale
Venedig entfesselt im Dogenpalast eine Erzählung, die Italiens Ursprünge mit unserer Moderne verknüpft: Kulturen entfalten ihre Blüte durch Begegnung – einen Austausch von Ideen und Sprachen, der die eigene Identität schützt und bereichert. Wasser bildet den roten Faden durch die Ausstellung: Es verbindet Welten, bahnt Pfade und sendet hier in Venedig, in der Stadt des Wassers, eine besonders eindringliche Botschaft – wo Geschichte nicht Kulisse, sondern lebendige Alltagsrealität ist.

Im Herzen Venedigs eröffnet sich ein faszinierendes Panorama der vor-römischen Zivilisationen Italiens. Die BesucherInnen tauchen in die faszinierende Welt antiker religiöser Praktiken ein, in der Wasser eine generative, heilende und identitätsstiftende Rolle spielt. Die Ausstellung „Etrusker und Venezianer: Wasser, Kulte und Heiligtümer“ im prestigeträchtigen Palazzo Ducale lädt vom 6. März – 29. September 2026 zu einer außergewöhnlichen Zeitreise ein. Sie ermöglicht einen einzigartigen Vergleich zweier bedeutender vor-römischer Kulturen Italiens – der Etrusker und der Venezianer – und beleuchtet die grundlegende Rolle des Wassers in der sakralen Welt sowie in der gesellschaftlichen Entwicklung im ersten vorchristlichen Jahrtausend.

Das Wasser als heiliges Element
Wasser – Element des Lebens, Medium des Göttlichen, Brücke zwischen Welten. Die Ausstellung erforscht die fundamentale Rolle des Wassers in der spirituellen und gesellschaftlichen Entwicklung des ersten Jahrtausends v. Chr. Von den toskanischen Thermalquellen bis zur venezianischen Lagune entfaltet sich eine Geschichte von Heilung, Handel und Heiligkeit.
Dialog zweier Kulturen zwischen Adige und Po
Die Ausstellung der Fondazione Musei Civici di Venezia, unter dem Patronat des Kulturministeriums und des Istituto Nazionale di Studi Etruschi e Italici beleuchtet den Austausch von Rohstoffen, ermöglicht durch die Eröffnung neuer Handelsrouten, aber auch von Ideen, Kulturen und Wissen. Flüsse, Meere und Gewässer sind das Symbol ständiger Bewegung, wie die von Menschen, die sich vereinen und zu Formen gegenseitigen Wissens zwischen Männern und Frauen führen. Die Kuratorinnen Chiara Squarcina und Margherita Tirelli orchestrieren eine Brücke zwischen etruskischen und venezianischen Welten – von neuen Handelsrouten bis hin zu gemeinsamen Kultpraktiken.

Ausstellungsroute von Pyrgi bis Altino – Thermalheiligtümer, Heilkulte & kultureller Austausch
Die Ausstellungsroute führt durch die großen Küsten- und Thermalheiligtümer der Etrusker – von Pyrgi bis San Casciano dei Bagni –, weiter zu den Adria-Häfen Adria und Spina sowie den zentralen Kultstätten der Veneter in Montegrotto, Lagole, Este und Altino. Sie dokumentiert Heilkulte und die faszinierende kulturelle Integration zwischen etruskischen und venetischen Gebieten entlang Adige und Po.

Die Schau webt vier zentrale Themenkreise zu einem fesselnden Narrativ: Küstenheiligtümer entfalten ihre rituelle Tiefe als Tore zum Göttlichen, wo Meeresopfer und Navigationskulte die spirituelle Bindung ans Wasser offenbaren. Thermalkulte beleuchten antike Heilpraktiken in Thermalquellen wie San Casciano, mit Votivbronzen und anatomischen Gaben als Zeugen millenjarer Therapien. Flusshandelsrouten erweisen sich als kulturelle Arterien zwischen Etruskern und Venetern, entlang Adige und Po, die Rohstoffe, Ideen und Techniken austauschten. Schließlich formt die maritime Identität ein kollektives Gedächtnis, in dem Häfen wie Spina und Altino zu Knotenpunkten des Austauschs wurden und gemeinsame Identitäten schmiedeten

Erstmals vereint: Schätze aus ganz Italien
Gezeigt werden über 300 archäologische Highlights: neuzeitliche Funde von San Casciano dei Bagni (2022–2024), die ikonischen Goldbleche von Pyrgi, Votivgaben aus Montegrotto/Lagole, Seehandelsartefakte aus Adria/Spina und Kultobjekte aus Este/Altino.
Renommierte Institutionen wie das Museo Archeologico Nazionale di Firenze, das Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia in Rom und zahlreiche weitere Museen haben ihre kostbarsten Stücke für diese einzigartige Schau zur Verfügung gestellt.

„Wir sind Wasserflächen“ – Eine zeitgenössische Installation
Den krönenden Abschluss bildet die eigens konzipierte Installation „Wir sind Körper aus Wasser“ der renommierten Bonotto-Stiftung. Ein riesiger Wandteppich aus recycelten Plastikfasern und Glasfasern, begleitet von einem Klanggedicht, das Lagunen-Ökologie und antike Wasser-Themen verknüpft – ein poetischer Kommentar zur Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Museo di Storia Naturale Giancarlo Ligabue entstand ein künstlerischer Brückenschlag, der die antiken Wasserkulturen mit den aktuellen Herausforderungen des fragilen venezianischen Lagunenökosystems verbindet.


Auf den Punkt gebracht:
Erleben Sie im Dogenpalast die verborgene Symphonie von Wasser und Sakralem: Die erstmalig gezeigten Bronzen aus San Casciano dei Bagni fangen das Licht der Thermalquellen ein, während Pyrgi-Goldbleche und venetische Simpula aus Lagole vom Dialog zweier Kulturen künden. Unser Tipp: Lassen Sie sich vom Leucothea-Kopf aus Pyrgi in die maritime Mystik ziehen – ein Moment, der die ewige Verbindung von Mensch, Göttlichem und Gewässer greifbar macht.
Praktische Informationen
Laufzeit: 6. März 2025 – 29. September 2026
Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 19:00 Uhr (letzter Einlass 18:00 Uhr)
Ort: Palazzo Ducale, Appartamento del Doge, Venedig
Weitere Informationen: https://palazzoducale.visitmuve.it/
